Dirk Felzmann

Schülerinnen und Schüler bewerten die bloße Tatsache, dass der Mensch „die Natur“, „das Ökosystem“, „den Regenwald“ beeinflusst, häufig negativ. Um die Qualität solcher Urteile im Sinne einer Bewertungskompetenz zu fördern, ist mit Schülerinnen und Schülern eine Reflexion auf zwei Ebenen nötig: eine wissenschaftsbasierte Analyse, wie der Einfluss „des Menschen“ auf „die Natur“ ist, und eine naturethische, wie der Einfluss „des Menschen“ auf „die Natur“ sein soll. Das Konzept des Anthropozäns bietet hierfür einen geeigneten Rahmen, weil es einmal mehr die zentrale Frage der Geographie nach dem Mensch/Gesellschaft – Natur – Verhältnis pointiert stellt.

In meiner Forschung zur Förderung der Bewertungskompetenz suche ich nach Konzepten, wie durch die Bereitstellung von Bewertungsstrukturwissen Schülerinnen und Schüler qualitätsvollere Urteile zu aktuellen Fragen rund um den Einfluss des Menschen auf „die Natur“ fällen können. Ein inhaltlicher Schwerpunkt bildet hierbei die Diskussion um Geoengineering-Maßnahmen. Methodisch orientiere ich mich am Modell der Didaktischen Rekonstruktion.